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ROLLSTUHLTENNIS
MAXI TAUCHER

"...mein Ziel sind die Paralympischen Spiele!"

Maxi Taucher und Nico Langmann bei der Pressekonferenz der Erste Bank Open 2026

Österreichs Rollstuhltennis hat einen neuen Herausforderer

Lukas Zahrer | www.derstandard.at | 28.10.2026

Maximilian Taucher, 18, fordert Nico Langmann, 29, immer mehr heraus. Beide schlagen ab Donnerstag bei den Erste Bank Open auf – auf derselben Bühne wie die Tennisstars.

Wien – "Unser Leben", sagt Rollstuhltennisspieler Nico Langmann, "ist ähnlich dem eines ATP-Profis. Nur nicht so glamourös." Der Wiener ist Profisportler, eine Anstellung beim Bundesheer macht‘s möglich. Er bestreitet etwa 25 Turniere im Jahr, am Donnerstag wird er zum zweiten Mal im Rahmen der Erste Bank Open in seiner Heimatstadt aufschlagen.

Das Starterfeld kann sich sehen lassen: Die Nummern zwei, drei und fünf der Welt sind da. Das sind Ausmaße, die an das Hauptfeld bei den stehenden Profis erinnern. "Uns ist schnell gesagt worden, wir sind nicht nur ein Side-Event", sagt Langmann. "Das Turnier ist international ein Vorzeigeprojekt, ein großes Zeichen für Inklusion."

Langmann ist Österreichs bester Rollstuhltennisspieler, aber der 18 Jahre alte Maximilian Taucher kommt ihm immer näher: Am Mittwoch saßen sie in der Wiener Stadthalle gemeinsam auf einem Podium, auf dem Court holte sich der Vorarlberger heuer erstmals den nationalen Meistertitel. In der Weltrangliste liegt Taucher auf Platz 41, Langmann noch sechs Plätze weiter oben. "Es ist eine große Ehre, in Wien dabei sein zu dürfen", sagt Taucher. "Ich liebe es, vor großem Publikum zu spielen."

Die beiden fordern sich gegenseitig. Langmann freut sich über die neue Konkurrenz aus dem eigenen Land: "Ich bin wirklich happy, dass Maxi da ist. Jetzt haben wir zwei Eisen. Es ist cool, dass wir gemeinsam auf der Tour sind. Hoffentlich feiern wir viele gemeinsame Erfolge für Österreich." Gemeinsames Training ist allerdings schwierig, Taucher trainiert in Feldkirch, Langmann 700 Kilometer weiter östlich. Immerhin bilden sie bei internationalen Turnieren regelmäßig ein Doppel, im World Team Cup, dem Pendant zum Davis Cup im Rollstuhltennis, treten sie im Team an.

Maxi Taucher bei den Erste Bank Open 2026
Maxi Taucher im Interview bei den Erste Bank Open 2026
Sehen und lernen

Taucher bestreitet seine erste Saison auf der Erwachsenentour. Der Sprung vom Juniorenbereich war riesig. "Dafür läuft es ziemlich gut", sagt er. Und: "Mit gutem Ehrgeiz ist vieles möglich." Er sieht Verbesserungspotenzial im Grundelement des Rollstuhltennis: Die Kombination aus Fahren und Schlagen. Nicht jeder Fortschritt lässt sich an Punkten oder Siegen messen. Bei der starken Konkurrenz in Wien, darunter mehrere Grand-Slam-Sieger, möchte sich Taucher deren Abläufe anschauen: Wie wärmen sie auf? Wie trainieren sie? Wie gestalten sie die Erholungsphase nach den Matches?

Turnierdirektor Herwig Straka ist stolz, dass am Donnerstag am zweiten Turnierstandort in der Marx Halle alle Facetten des Events dargeboten werden: Neben zwei Top-Ten-Spielern im Einzel spielen mit Lucas Miedler und Neil Oberleitner Österreichs beste Doppelspieler, zusätzlich finden die Viertelfinalpartien des Rollstuhl-Turniers statt.

Taucher bekommt es mit dem 37-fachen Grand-Slam-Sieger Alfie Hewett aus Großbritannien zu tun und sagt: "Ich liebe Challenges." Langmann trifft auf Italiens Nummer eins Luca Arca und erzählt: "Gegen ihn habe ich heuer schon ein Mal gespielt. Und gewonnen."

Das Turnier ist mit 30.000 Euro dotiert. Das Finale findet am Samstag in der Stadthalle statt und wird live auf ORF Sport+ übertragen. "Wir wollen alles gemeinsam anbieten", sagt Turnierchef Straka. "Eine bessere Werbung gibt es nicht."